Kurs Darstellendes Spiel: Theaterstück 2010 'Naßib'
Verleihung des Integrationspreises der Bertelsmann-Stiftung
Am 03.06.2010 wurde in unserem Theatersaal das Stück
'Naßib [Schicksal]'
aufgeführt, das von unserem Kurs Darstellendes Spiel des Beruflichen Gymnasiums unter Leitung von Olaf Bublay erarbeitet wurde.
Mit diesem Stück nahmen unsere Schülerinnen und Schüler am
'International University Theater Festival' im Juli in Casablanca/Marokko teil und präsentierten es erfolgreich als deutschen Beitrag.
Herzlichen Glückwunsch.
Die Idee für die theatrale Auseinandersetzung mit dem Israel-Palästina-Konflikt geht zurück auf die 2. Intifada und die entsprechende Thematisierung im Unterricht. Gleichzeitig rief das Ernst-Deutsch-Theater zur Teilnahme an einem Jugendtheater-Festival auf (2/2009 - Thema Werte und Respekt)), an dem wir uns mit unseren ersten Theaterideen und Auszügen aus Naßib beteiligten. In der folgenden Zeit recherchierten wir neues Material, feilten an Texten und szenischen Vorstellungen. So beeinflusste unsere Arbeit das Theaterstück "Paradise Now" von K. Kunze, der Roman "Echtzeit" von P.M.Kass, das neu erschienene Buch von Dr. M. Johannsen "Der Nahost-Konflikt" (2009) und der Dokumentarfilm "Für den Frieden lernen", Kindergespräche aus der ARTE-Doku "Zu Besuch in der 1. Jüdisch-Arabischen Schule", Arte 2008. Durch das Feature von Kai Adler "Das Trauma der Besatzer" (DLR Kultur 2007) entwickelten wir einen ganz neuen Einstieg für unser Theaterstück. Wir setzten uns jetzt auf theatrale Art und Weise mit der Frage Adlers auseinander, wie junge und kritische israelische Soldaten ihren militärischen Alltag in der Armee jenseits des Sperrwalls erleben und durch den Militärapparat zu dem werden, was man auch als "Puppet on a String" bezeichnen kann. Bewusst arbeiten wir in unserem Stück mit Doppelungen und chorischen Elementen, die Schauspieler wechseln häufig die Rollen und sind sowohl als israelische Soldaten aber auch als palästinensische Jugendliche in Aktion. Um deutlich zu machen, dass es hier nicht um moralisches Theater geht, in dem die "Guten" die Oberhand behalten, wird die Frage nach einer Lebensperspektive für die palästinensischen Jugendlichen auch nicht gelöst.
Die Premiere am 3.6.2010 in unserem Theatersaal vor mehr als 300 jugendlichen Schülern und Lehrern wurde überwältigend aufgenommen. Schon vor unserer Aufführung bekamen wir von der Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater das Angebot, unser Stück auf dem universitären Theaterfestival in Casablanca (10.-15.7. - Theater und Globalisierung) zu zeigen. Auch in Casablanca war der Erfolg überwältigend. Spontane Einladungen zu Theaterfestivals nach Marrakesch (April 2011) und Tunesien (März 2011) wurden ausgesprochen, wir wurden mit dem Globalisierungs-Theaterpreis und dem Preis für den besten männlichen jugendlichen Schauspieler ausgezeichnet. Uns allen ist klar: Es geht weiter, dieses Stück provoziert Diskussionen zum Thema Krieg und Frieden und zwar nicht nur zum Israel-Palästina-Konflikt! (Olaf Bublay, Spielleiter)
Integrationspreis der Bertelsmann-Stiftung für Naßib
Neun Schulen aus ganz Deutschland haben beim Integrationswettbewerb "Alle Kids sind VIPs" der Bertelsmann Stiftung gewonnen – darunter aus Hamburg die Berufliche Schule H20 Bramfelder See und das Margaretha-Rothe-Gymnasium.
Herzlichen Glückwunsch für diese hervorragende Leistung an die Schülerinnen und Schüler des Kurses 'Darstellendes Spiel' und an Olaf Bublay, den Leiter des Kurses.
Die Sieger aus Hamburg
Als Preis erwartet die siegreichen Schüler der Beruflichen Schule H20 Bramfelder See ein Besuch von Susan Sideropoulos in der Schule. Die Moderatorin und Schauspielerin - ihr Vater ist Grieche, ihre Mutter wurde als Kind deutsch-jüdischer Flüchtlinge geboren - spielt bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ seit 2001 die Rolle der Verena Koch. Die H20 hatte bei der Stiftung ein Theaterstück vorgestellt - mit dem Titel "Naßib" (Schicksal), das sich mit dem Israel-Palästina-Konflikt auseinandersetzt: Die Schüler und Schülerinnen gehen der Frage nach, wie junge und kritische israelische Soldaten ihren militärischen Alltag in der Armee erleben.
Die Bertelsmann Stiftung hatte Schüler bundesweit „aufgerufen, sich mit vorbildlichen Projekten für eine bessere Integration von Kindern und Jugendlichen aus
Migrantenfamilien an ihrer Schule zu beteiligen“. Die aus dem ganzen Bundesgebiet eingesandten Projekte zeigen unterschiedliche Wege zur Beantwortung der Frage, wie der Integrationsgedanke an Schulen
verankert werden kann: etwa mit Musical-, Sprach- oder Tanzprojekten sowie Sportfesten und Videos.
Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, und Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung haben in Berlin die Preisverleihung vorgenommen. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Maria Böhmer, sprach zum Thema "Jugend und Integration".
